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Solaranlage mieten oder kaufen?

Anbieter wie Enpal versprechen „Solar für 0 €". Klingt verlockend – aber wer rechnet ehrlich nach, sieht: Die Miete kostet über 20 Jahre oft doppelt so viel. Wann lohnt sie sich trotzdem?

~20.000 € Kauf Gesamtkosten (20 J.)
~40.000 € Miete Gesamtkosten (20 J.)
0 € Startkosten Miete
+25.000 € Kaufvorteil (20 Jahre)

⚡ Schnellentscheidung: Miete oder Kauf?

📋

Wähle die Miete (Pacht)

  • Kein Eigenkapital vorhanden
  • Kein günstiger Kredit möglich
  • Kein Aufwand gewünscht (Rundum-Sorglos)
  • Kurzfristiger Planungshorizont
  • Erstvermietung oder unsicherer Verbleib
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🏠

Wähle den Kauf

  • Eigenkapital oder guter Kredit verfügbar
  • Langfristige Planung (20+ Jahre)
  • Maximale Rendite gewünscht
  • Immobilienwert steigern
  • Einspeisevergütung selbst behalten
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Faustregel: Wer das Kapital hat (oder KfW-Kredit bekommt), sollte kaufen. Über 20 Jahre ist die Ersparnis gegenüber Miete typischerweise 15.000–25.000 €.

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Direktvergleich: Alle Kosten über 20 Jahre

Die monatliche Rate beim Mietmodell klingt niedrig. Aber addiert man alles über die Vertragslaufzeit, wird der wahre Preisunterschied deutlich:

Position 🏠 Kauf (10 kWp) 📋 Miete / Pacht (20 J.)
Anschaffungskosten 18.000–22.000 € 0 €
Monatsrate 0 € (nach Abzahlung) 150–200 €/Monat
Wartung & Versicherung ~3.000–5.000 € (20 J.) Inklusive
Einspeisevergütung (20 J.) ~8.000–12.000 € für Sie Meist beim Anbieter
Gesamtkosten (20 J.) ~20.000–25.000 € ~36.000–48.000 €
Eigentum nach 20 J. ✓ Gehört Ihnen Oft für 1 € übertragen
Immobilienwertsteigerung +4–8% des Kaufpreises Gering bis neutral
Amortisation 12–16 Jahre Sofort (keine Investition)
Stromkostenersparnis (30 J.) 40.000–60.000 € 15.000–25.000 €
KfW-Förderung nutzbar ✓ Ja (Kredit 270) ✗ Nein
Vorzeitige Kündigung Keine Bindung Meist nicht möglich / Strafzahlung

Das Mietmodell (Pacht): Komfort ohne Kapital

Das Mietmodell – auch Pacht oder Leasing genannt – ermöglicht den Einstieg in Solarenergie ohne große Anfangsinvestition. Der Anbieter installiert, betreibt und versichert die Anlage. Sie zahlen eine monatliche Pauschale und profitieren vom günstigeren Solarstrom.

💡
Wichtig zu wissen: Bei den meisten Mietverträgen behält der Anbieter die Einspeisevergütung. Der selbst erzeugte Strom gehört Ihnen, aber was ins Netz geht, landet beim Anbieter. Das reduziert Ihren finanziellen Vorteil erheblich.

✅ Vorteile Mietmodell

  • 0 € Startkosten – sofort loslegen
  • Rundum-Sorglos – Wartung & Versicherung inklusive
  • Kein Technikrisiko – Anbieter haftet für Ausfälle
  • Keine Kreditprüfung nötig
  • Anlage nach 20 J. oft für 1 € übertragen
  • Kein Planungsaufwand – alles aus einer Hand

❌ Nachteile Mietmodell

  • Langfristige Bindung (meist 20 Jahre)
  • Doppelt so teuer über die Laufzeit
  • Einspeisevergütung meist beim Anbieter
  • Keine KfW-Förderung nutzbar
  • Hausverkauf kompliziert – Vertrag läuft weiter
  • Preisanpassungsklauseln im Vertrag möglich
⚠️
Vertragscheck vor Abschluss: Prüfen Sie unbedingt Kündigungsfristen, Preisanpassungsklauseln, wer die Einspeisevergütung erhält, wer bei Dachschäden haftet, und was bei einem Hausverkauf passiert. Die Verbraucherzentrale empfiehlt eine unabhängige Beratung vor Vertragsunterzeichnung.

Der Direktkauf: Mehr Aufwand, deutlich mehr Rendite

Der Kauf einer PV-Anlage ist die langfristig überlegene Entscheidung für alle, die das Kapital haben oder einen günstigen Kredit (z.B. über KfW) bekommen. Nach der Amortisationszeit – typisch 12–16 Jahre – produziert die Anlage 15+ Jahre lang nahezu kostenlosen Strom.

✅ Vorteile Direktkauf

  • Langfristig deutlich günstiger (15–25.000 € Vorteil)
  • Einspeisevergütung gehört Ihnen (8,2 ct/kWh 2026)
  • Volle Kontrolle über Komponenten & Anbieter
  • KfW-Förderung (Kredit 270, zinsgünstig)
  • Immobilienwertsteigerung +4–8%
  • Freie Gestaltung – E-Auto, Wärmepumpe, Speicher

❌ Nachteile Direktkauf

  • Hohe Anfangsinvestition 18.000–25.000 €
  • Selbst für Wartung verantwortlich
  • Planungsaufwand – Angebote einholen, Handwerker
  • Genehmigungsprozess bei Dachanlage
  • Kreditwürdigkeit nötig bei Finanzierung
📊
KfW-Kredit als Alternative: Das KfW-Programm 270 (Erneuerbare Energien) bietet zinsgünstige Finanzierungen für PV-Anlagen. Bei aktuellen Zinsen von 3–5% p.a. zahlen Sie für 18.000 € Kredit über 15 Jahre ~130–155 €/Monat – ähnlich wie Miete, aber danach gehört Ihnen die Anlage. Mehr zum KfW 270 →

Bekannte Anbieter im Überblick 2026

Der Markt für Solar-Miete und -Kauf hat sich in den letzten Jahren stark entwickelt. Hier die wichtigsten Akteure:

Miete

Enpal

Marktführer in Deutschland. Bietet Miet- und Kaufmodelle an. Laufzeiten 20 Jahre, danach Anlage für 1 €. Inklusive Wartung, Monitoring-App und Versicherung.

  • Laufzeit: 20 Jahre
  • Wartung: Inklusive
  • Einspeisevergütung: Beim Anbieter
Kauf

Zolar

Online-Konfigurator für PV-Anlagen. Transparente Preise, lokale Installationspartner. Auch Speicher und Wärmepumpen verfügbar. Kauf-Finanzierung möglich.

  • Modell: Kauf / Finanzierung
  • Konfigurator: Online
  • Speicher: Ja, kombinierbar
Kauf

Thermondo

Spezialist für Wärme & Solar aus einer Hand. Kombiniert PV mit Wärmepumpen. Starker Service, eigene Installateure, KfW-Beratung inklusive.

  • Modell: Kauf
  • Stärke: PV + Wärmepumpe
  • Förderberatung: Inklusive
Miete

WERO Solar

Direktmiete mit kurzeren Mindestlaufzeiten als Enpal. Interessant für Haushalte die Flexibilität schätzen. Regionaler Fokus auf süddeutschen Raum.

  • Laufzeit: ab 10 Jahre
  • Wartung: Inklusive
  • Region: Süddeutschland
Kauf

Lokaler Fachbetrieb

Oft günstigstes Angebot beim Kauf. Direktkontakt, individuelle Beratung, meist schnellere Installation. Empfehlenswert: Mehrere Angebote über Vergleichsportale einholen.

  • Modell: Kauf / Kredit
  • Preis: Oft am günstigsten
  • Tipp: Mindestens 3 Angebote
Vergleich

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Konkretes Rechenbeispiel: Familie Müller, Einfamilienhaus

Ein Einfamilienhaus mit 10 kWp PV-Anlage, Jahresverbrauch 4.500 kWh, Strompreis 0,35 €/kWh, Eigenverbrauchsquote 40%:

🏠

Kauf-Szenario

Investition 19.500 €
Eigenverbrauch/Jahr 1.800 kWh × 0,35 € = 630 €
Einspeisung/Jahr 2.700 kWh × 0,082 € = 221 €
Ersparnis gesamt/Jahr 851 €
Amortisation ~14 Jahre
Rendite nach 30 Jahren +25.530 €
📋

Miete-Szenario

Startkosten 0 €
Monatsrate (20 J.) 165 €/Monat
Eigenverbrauch/Jahr 1.800 kWh × 0,35 € = 630 €
Minus Monatsraten −1.980 €/Jahr
Netto/Jahr (20 J.) −1.350 €
Rendite nach 30 Jahren −7.500 €*

*Nach 20 J. entfällt die Miete – Anlage gehört Ihnen für 1 €. Ab Jahr 21 sparen Sie dann ~851 €/Jahr.

Ergebnis: Der Kauf ist nach 30 Jahren um ca. 33.000 € besser als die Miete (25.530 € vs. −7.500 €). Selbst mit KfW-Kredit bei 4% Zinsen schlägt der Kauf die Miete um 18.000–22.000 €.

Wer sollte was wählen? – 4 typische Situationen

01

Hausbesitzer mit Eigenkapital oder KfW-Zugang

Klar: Direktkauf

Wer 18.000–22.000 € hat oder einen KfW-270-Kredit bekommt, sollte immer kaufen. Die Gesamtrendite über 30 Jahre ist um 20.000–35.000 € besser als beim Mietmodell.

02

Hausbesitzer ohne Eigenkapital, kein Kredit möglich

Miete als Kompromiss

Wenn weder Eigenkapital noch Kredit möglich ist, ist die Miete eine akzeptable Alternative. Sie profitieren sofort von günstigerem Solarstrom. Allerdings: Immer 3+ Angebote vergleichen und Vertragsdetails prüfen.

03

Hausbesitzer mit geplanter Immobilienveräußerung

Vorsicht bei Miete

Wenn Sie das Haus in den nächsten 10–15 Jahren verkaufen möchten, kann ein laufender Mietvertrag problematisch sein. Der Käufer muss den Vertrag übernehmen – das schmälert den Verkaufspreis. Eine eigene Anlage steigert den Wert dagegen.

04

Hausbesitzer mit E-Auto oder Wärmepumpe

Kauf klar besser

E-Auto und Wärmepumpe erhöhen den Eigenverbrauch massiv – bis zu 80% des Solarstroms bleiben im Haus. Die Amortisation verkürzt sich auf 8–11 Jahre. Beim Mietmodell profitiert aber der Anbieter von der Einspeisevergütung, nicht Sie.

Externe Quellen & weiterführende Infos

Vor einer Entscheidung lohnt sich ein Blick auf unabhängige Quellen:

FAQ: Häufig gestellte Fragen

Ist es günstiger, eine Solaranlage zu mieten oder zu kaufen?

Finanziell ist der Direktkauf fast immer günstiger. Bei einem typischen 10-kWp-System zahlen Sie beim Kauf ~18.000–22.000 € einmalig, über 20 Jahre kommen Sie auf Gesamtkosten von ca. 20.000–23.000 €. Bei der Miete zahlen Sie monatlich 150–200 €, also 36.000–48.000 € über 20 Jahre. Der Kauf spart damit 15.000–25.000 € – vorausgesetzt Sie haben das Kapital oder guten Kreditzugang.

Was passiert nach der Vertragslaufzeit beim Mietmodell?

Bei den meisten Anbietern (z.B. Enpal) geht die Anlage nach Ende der Vertragslaufzeit (typisch 20 Jahre) für einen symbolischen Euro in Ihren Besitz über. Alternativ gibt es Verlängerungsoptionen oder die Anlage wird abgebaut. Lesen Sie den Vertrag genau: Wer trägt die Kosten für Demontage und Entsorgung? Wer haftet bei Beschädigungen?

Ist Solar mieten sinnvoll bei geringen Ersparnissen?

Ja, wenn kein Eigenkapital oder kein günstiger Kredit verfügbar ist, kann das Mietmodell eine sinnvolle Alternative sein. Sie profitieren sofort von günstigerem Solarstrom und null Startinvestition. Vergleichen Sie aber unbedingt die Gesamtkosten über 20 Jahre und prüfen Sie ob ein KfW-Kredit (Programmzins oft 3–5%) günstiger wäre als eine Mietrate.

Was kostet eine Solaranlage zur Miete pro Monat?

Die monatliche Rate variiert je nach Anlagengröße und Anbieter: Für ein 5-kWp-System sind es meist 80–120 €/Monat, für 10 kWp typischerweise 140–200 €/Monat. Darin enthalten sind meist Installation, Wartung, Versicherung und Monitoring. Achten Sie auf jährliche Preisanpassungsklauseln im Vertrag.

Welche Anbieter für Solar-Miete gibt es in Deutschland?

Die bekanntesten Anbieter in Deutschland sind Enpal (Marktführer), WERO Solar, Zolar, Thermondo und zunehmend auch lokale Stadtwerke und Energieversorger. Vergleichen Sie immer mehrere Angebote, da die Konditionen stark variieren. Portale wie Selfmade Energy oder Finom helfen beim Vergleich.

Kann ich eine Miet-Solaranlage vorzeitig kündigen?

Das ist der kritische Punkt beim Mietmodell: Vorzeitige Kündigung ist meist entweder nicht möglich oder mit hohen Strafzahlungen verbunden. Bei einem Umzug muss die Anlage oft am neuen Objekt weitergeführt werden – oder der Kaufnachfolger übernimmt den Vertrag. Prüfen Sie die Kündigungsklauseln genau vor Vertragsabschluss.

Wer trägt die Wartungskosten beim Mietmodell?

Beim Mietmodell übernimmt der Anbieter in der Regel alle Wartungs- und Reparaturkosten sowie die Versicherung. Das ist ein echter Vorteil gegenüber dem Kauf, wo Sie selbst für Wartung (~150–300 €/Jahr) und Versicherung (~150–250 €/Jahr) aufkommen müssen. Beim Kauf amortisieren sich diese Kosten dennoch, da die Gesamtrendite höher ist.

Lohnt sich der Kauf einer PV-Anlage auf Kredit?

Ja, in vielen Fällen rechnet sich auch ein Kauf auf Kredit besser als Miete. KfW-Kredit 270 bietet zinsgünstige Finanzierungen (Zinsen je nach Marktlage 3–6% p.a.). Bei 3% Kredit auf 18.000 € und 15 Jahren Laufzeit zahlen Sie ~145 €/Monat – ähnlich wie Miete, aber danach gehört Ihnen die Anlage und Sie erzeugen 10+ Jahre lang kostenlosen Strom.

Welchen Einfluss hat das Mietmodell auf den Hausverkauf?

Ein laufender Mietvertrag kann den Hausverkauf erschweren. Der Käufer muss entweder den Vertrag übernehmen oder Sie zahlen eine Ablösesumme. Bei einer eigenen Anlage ist dies deutlich einfacher: Sie werten das Objekt auf und erhöhen den Verkaufspreis. Laut Immobilienexperten steigt der Wert eines Hauses mit eigener PV-Anlage um ca. 4–8% des Kaufpreises.

Gibt es Förderung für gekaufte Solaranlagen?

Ja: KfW-Programm 270 (zinsgünstige Kredite), KfW-Programm 442 (Balkonkraftwerk-Zuschuss), Einspeisevergütung nach EEG (2026: 8,2 ct/kWh für Anlagen bis 10 kWp), 0% Mehrwertsteuer auf PV-Anlagen seit 2023, und diverse Landesprogramme. Beim Mietmodell entfällt die Einspeisevergütung oft zugunsten des Anbieters – prüfen Sie genau wer die Einspeisung erhält.

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